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Freitag, 14. November 2014

Buchtipp

Gelesen: Böser Wolf von Nele Neuhaus

Es gibt im Sommer nichts Schöneres, als ein paar Stunden mit einem guten Buch zu Hause im Warmen zu verbringen. Der Roman „Böser Wolf" der deutschen Autorin Nele Neuhaus ist genau richtig dafür.


Dieser Krimi ist spannend bis zum Schluss und nahezu schweißtreibend. Ich habe ihn verschlungen.

Die verworrene Geschichte beginnt damit, dass die Leiche eines Mädchens aus dem Main gezogen wird. Ihre Identität ist vollkommen unklar. Sie wird von niemandem vermisst. Auch das Ermittlerteam aus Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein, die bereits in den anderen Werken von Nele Neuhaus vorkamen, stehen zunächst vollkommen im Dunkeln.


Etwas später wird eine bekannte Fernsehmoderatorin vergewaltigt und schwerverletzt aufgefunden. Doch sie schweigt. Nach und nach lichten sich die Schatten und Kirchhoff und Bodenstein ermitteln im Umfeld einer Rockerbande. Mit ihnen in Kontakt steht auch ein vermeindlicher Kinderschänder, der jahrelang im Gefängnis verbracht hat. Doch nichts ist, wie es scheint. Immer wieder treten neue Fragen auf, kommen neue Personen ins Spiel.


Die Ermittler tauchen in Abgründen inmitten bürgerlicher Sauberkeit im friedlichen Taunus. Letztendlich kommen sie einem kriminellen und straff organisierten Kinderschänderring und dem bösen Wolf auf die Spur.


Nele Neuhaus versteht es wieder einmal, verschiedene Erzählstränge miteinander zu verbinden und aus zunächst zusammenhanglosen Fragmenten ein gewaltiges Ganzes zuschaffen.


Mehr möchte ich euch an dieser Stelle nicht verraten, nur dass dieser Krimi absolut lesenswert ist. Ich freue mich auf noch viel mehr von dieser wunderbaren Autorin, die mich jedes Mal aufs Neues überrascht und mich gruseln lässt. Bereits im Oktober erscheint ihr neuer Roman „Die Lebenden und die Toten". Ich kann es schon jetzt kaum noch erwarten.


Bis dahin

Tanja



Fazit: Spannender Roman in einem unfassbarem Milieu. Unbedingt lesen.

Dienstag, 7. Oktober 2014

Buchtipp

Gelesen: Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück von François Lelord

 

In meinem Leben habe ich schon einige Bücher gelesen. Aber mit der Zeit habe ich die Romane französischer Autoren zu schätzen gelernt. Nun, nach einer langen Reise, bin ich auf François Lelord gestoßen und muss zugeben, dass ich etwas wehmütig bin, diesen wunderbaren Autor nicht schon viel früher entdeckt zu haben.

Wie seine Romanfigur Hector ist Lelord Psychiater und stellt sich grundlegende Fragen, die sein Leben verändern werden. In seiner Praxis behandelt er immer öfters Patienten, die keinen Grund haben unglücklich zu sein und keinerlei psychische Erkrankung haben. Um diesen Patienten zu helfen, begibt sich der Protagonist Hector auf eine lange Reise und macht sich auf die Suche nach dem Glück. 

Er reist durch Länder Asiens und Afrikas und erlebt dort viel Schönes, aber auch Beängstigendes. Im Laufe der Zeit fühlt sich sein Notizbuch mit immer wieder neuen Thesen, was Glück sein. Er befragt die Menschen die er trifft, alte Freunde und Fremde, was sie glücklich macht.

So entsteht eine ganze Reihe von Dingen, die die Menschen glücklich machen und die auch mich zum Nachdenken gebracht haben. Zum Beispiel „Vergleiche anzustellen ist ein gutes Mittel, sich sein Glück zu vermiesen." oder „Glück ist, mit den Menschen zusammen zu sein, die man liebt."

Hector brachte mir Verborgene und dennoch eigentlich profane Dinge über das Glück, die man im Alltag leider allzuoft vergisst, wieder ins Gedächtnis. Es ist auch eine Reise zu sich selbst, auf die sich Hector begibt und der Leser begibt sich mit auf diese wunderbare und oft spannende Reise. 

Fazit: Jetzt wo der Herbst vor der Tür steht und wir ihn nicht mehr leugnen können, ist „Hectors Reise" genau das Richtige. Trotzt dem Wetter, kocht euch einen Tee und begebt euch von eurem Sofa aus mit Hector auf die Suche nach dem Glück.


Montag, 3. Februar 2014

Buchtipp

Gelesen: Der Tote vom Maschsee von Susanne Mischke


Im Winter liebe ich fast nichts mehr, als stundenlang mit wärmendem Tee, meinem Vierbeiner und einem guten Buch auf dem Sofa zu lümmeln. Bei einer dieser viel zu seltenen Gelegenheiten las ich vor Kurzem den Krimi „Der Tote vom Maschsee" von Susanne Mischke.

Als Hannoveranerin liebe ich natürlich Krimis mit Lokalkolorit wie diesen. Wie gerne durchwandere ich in meinen Gedanken die Straßen, die die Romanfiguren gerade passieren oder begleite sie an Orte, die mir sehr vertraut sind.

Ich habe schon mehrere Romane von Susanne Mischke gelesen, aber „Der Tote vom Maschsee" gefiel mir besonders gut. Dr. Martin Offermann, ein anerkannter, aber in seiner Arbeit umstrittener Psychologe, wird tot am Maschsee, einem beliebten See und Ausflugsziel der niedersächsischen Hauptstadt, gefunden. Nahezu zeitgleich wird auf einem Grabmal zum Gedenken der Opfer des hannoverschen Massenmörders Fritz Haarmann eine menschliche Zunge gefunden. Sie gehört zu Offermann.

Der bereits bekannte Polizeikommissar Völxen ermittelt mit seiner urkomischen und irgendwie nordisch kühlen und verhaltenen Art. Gemeinsam mit seinem Team kommt er dem Mörder langsam auf die Spur und reißt damit unbeabsichtigt alte Wunden auf. Das Motiv bleibt nicht lange verborgen, der Mord muss etwas mit Offermanns Tätigkeit als Psychologe und Gerichtsgutachter zu tun haben. Denn der anerkannte Arzt beschäftigt sich vorwiegend mit Sexualstraftaten und den Tätern, über die andere lieber schweigen möchten ....

Fazit: Spannender Krimi mit interessanten Persönlichkeiten, dennoch könnte der Spannungsbogen etwas knapper gefasst sein, da sich die Handlung leider ein wenig hinzieht. Und ich verachte euch noch etwas: Es bleibt nicht bei einem Toten.

Viel Spaß beim Lesen, Tanja

Dienstag, 10. Dezember 2013

Ladylike

Gelesen: Ladylike von Ingrid Noll

Die Zeit zum Lesen fehlt mir momentan leider. Doch nun, wo der Sommer definitiv zu Ende ist, werde ich meinem Bücherschrank mal wieder öfters einen Besuch abstatten. Mittlerweile fühlt er sich bestimmt schon von mir vernachlässigt.


Seit dem vergangenen Urlaub hangele ich mich Seite für Seite durch den Roman „Ladylike" von Ingrid Noll. Eigentlich bin ich eine große Freundin dieser Autorin, doch dieses Mal bin ich mit den Figuren irgendwie nicht so richtig warm geworden. Vielleicht weil die Protagonistinnen so viel älter sind als ich.

Die beiden Freundinnen Lore und Anneliese sind im besten Rentenalter, als sie beschließen zusammenzuziehen. Sie planen, noch ein paar schöne, ruhige Jahre zu verbringen und ihren Lebensabend gemeinsam zu genießen. 

Beide Frauen sind verwitwet und haben es faustdick hinter den Ohren. Anneliese und Lore entsprechen so gar nicht dem Klischee der fürsorglichen und liebevollen Großmutter. Ganz im Gegenteil. Anneliese half beim Ableben ihres Mannes etwas nach, stiehlt kostbaren Schmuck und ist zugleich eine fantastische Köchin. Lore ist eher etwas ruhiger und kultivierter als ihre Freundin, doch auch sie benimmt sich nicht immer ganz ladylike.

Als plötzlich Annelieses alter Tanzpartner und Jugendliebe Ewald wieder auftaucht wallen alte Gefühle wieder auf und das Herz der Rentnerin fängt Feuer. Doch nicht nur Anneliese erlebt den zweiten Frühling, auch ihre Freundin Lore verliebt sich noch einmal – dummerweise in den gleichen Mann. Doch statt sich um den Hahn im Korb zu streiten, verbünden sich die beiden und versuchen hinter Ewalds Geheimnisse zu kommen, denn sie sind nicht die einzigen Frauen in seinem Leben.

Wie in Ingrid Nolls Kriminalromanen üblich, darf die obligarorische Leiche natürlich nicht fehlen. Im Vergleich zu den anderen Büchern der Autorin, wie zum Beispiel der „Hahn ist tot", „Die Häupter meiner Lieben" oder „Die Apothekerin" ließen mich der Roman und deren Protagonistinnen diesesmal vollkommen kalt.

Fazit: Ein Buch, das Ingrig Noll-Freunde lesen sollen. Allen anderen rate ich zu einem anderen ihrer Romane, die deutlich spannender und lesenswerter sind.

Montag, 15. Juli 2013

Das Leben kleben

                               

Gelesen: „Das Leben kleben" von Marina Lewycka


Kennt ihr das Gefühl, wenn man sich wünscht, dass ein Buch nicht enden darf? So ging es mir bei dem wunderbaren Roman „Das Leben kleben" von Marina Lewycka. Der Zauber dieses Buches ist schwer in Worte zu fassen:

Georgie Sinclair, eine Frau, die gerade frisch von ihrem Mann verlassen wurde, lebt ein eher unspektakuläres Leben als Mutter und Autorin für Klebstoff-Zeitschriften. Doch als Mrs. Shapiro in ihr Leben tritt wird alles anders.

Die unkonventionelle ältere Dame ist geheimnisvoll und auf die Hilfe von Georgie angewiesen. Denn Mrs. Shapiro soll in ein Altenheim, als sie verletzt im Krankenhaus liegt. Georgie kümmert sich um die zahlreichen Katzen ihrer jüdischen Nachbarin und betritt erstmal die verwunschene Villa, die viele Geheimnisse birgt.

Georgie entdeckt die Intrigen von Sozialarbeitern und Maklern, die um das Haus der alten Dame buhlen. Nach und nach kommt die Protagonisten Mrs. Shapiros Gemeimnis auf die Spur. Sie entdeckt alte Fotos, die ihr Mrs. Shapiros Vergangenheit erzählen und doch viele Fragen aufwerfen, die lange unbeantwortet bleiben

Dieses Buch handelt nicht nur von einer ungewöhnlichen Frauenfreundschaft sondern auch von dem scheinbar unüberbrückbaren Konflikt zwischen Juden und Palästinensern. Marina Lewycka überzeugt immer wieder mit unerwarteten Wendungen und tollen Pointen. Sie zeichnet die Charaktere auf beeindruckende Weise, sodass man sie während des Lesens vor sih sieht.

Die britische Autorin, deren Namen ich übrigens nicht aussprechen kann, schreibt ganz wunderbare Geschichten. Auch ihre früheren Bücher „Eine kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch" und „Caravan" haben mir sehr gut gefallen, aber der Roman „Das Leben kleben" hat beide noch getoppt. Von Marina Lewycka wünsche ich mir noch ganz, ganz viele tolle Bücher.


Fazit: Dieses Buch muss gelesen werden. Es ist einfach zauberhaft und steckt voller Überraschungen.

Dienstag, 25. Juni 2013

 

 

Gelesen: Naked von David Sedaris

 

Vor Kurzem durfte ich das prall gefüllte Bücherregal meiner Oma plündern. Zwischen Schmachtschinken von Rosamunde Pilcher und Nicholas Sparks tummelte sich auch der ein oder andere lesbare Schatz.

Sofort viel mir der Roman „Naked" ins Auge. Ich fragte mich, was sich hinter diesem Titel verbirgt und wunderte mich insgeheim über den seltsamen Büchergeschmack meiner mittlerweile 80-jährigen Oma. Wohl eher aus Neugier als aus Kenntnis über den Inhalt des Buches nahm ich es mit. Und ich kann euch nach dem Lesen sagen: Das ist kein Oma-Buch. 

In siebzehn Kurzgeschichten berichtet der Ich-Erzähler von seinem ungewöhnlichen Leben. Es geht um seltsame Gwohnheiten, das Fahren per Anhalter, eine seltsame Familie, Homosexualität, Liebe, Sex, FKK, Männer mit seltsamen Sammelleidenschaften, Ticks und noch viel mehr Lesenswertes.

Die Geschichten sind einfach nur komisch. Das ein oder andere Mal konnte ich mir ein lautes Lachen nicht verkneifen. Trotz teilweise tragischer Komik erzählt Sedaris autobiographisch und gekonnt von seinen Zwanghandlungen als kleiner Junge, als er beispielsweise jeden Briefkasten ablecken, nahezu alle Gegenstände mit der Stirn berühren musste und wild mit dem Kopf wackelte, um sich zu beruhigen. Er erlebt Ferienlager und ringt seiner Schwester das Versprechen ab, sie dürfe niemals heiraten.

Mit den Geschichte reift Sedaris vom kleinen, wilden Jungen zum College-Studenten. Mit jeder einzelnen Episode wird er erwachsener.  Besonders amüsiert haben mich die immer wiederkehrenden Anhaltergeschichten. Denn per Anhalter zu fahren scheint eines von Sedaris liebsten Hobbies zu sein. Er trifft auf die seltsamsten Typen, dabei übertrifft er alle, die ihm begegnen.

Vieles bleibt Unausgesprochen, aber vielleicht macht auch gerade das die Magie des Buches aus. Seine Charaktere zeichnet der amerikanische Autor gekonnt. Besonders angetan haben es mir seine Bekanntschaften, die er während seines FKK-Urlaubs kennenlernt. Sie haben nichts zu verbergen, ebenso wie Sedaris. Am Ende zieht auch der Ich-Erzähler blank.

Die Kurzgeschichten waren mir teilweise ein bisschen langatmig. Aber vielleicht habe ich auch einfach die falsche Vorstellung von Short Stories. 

Fazit: Amüsantes Buch, das zu Lachattaken führen kann!


Donnerstag, 13. Juni 2013

                               

Gelesen: Obsession von Simon Beckett

Manche Krimis bringen mich so sehr zum Gruseln, dass ich beim Lesen das ein oder andere Mal pausieren muss. Dieser vielumwobene Krimi des Bestseller-Autors Simon Beckett bietet Gänsehautfeeling.

Als Bens geliebte Freundin Sarah an Krebs stirbt und ihm ihren Sohn hinterlässt, ahnt er noch nicht, was ihm bevorsteht. Beim Aufräumen der Sachen der Toten entdeckt der versteckte Zeitungsartikel, in denen von einer Kindesentführung eines Neugeborenen aus dem Krankenhaus berichtet wird.

Was Ben stutzig macht: Die Entführung fand genau an dem Tag statt, als Sarahs autistischer Sohn Jacob zur Welt kam. Ben will es nicht glauben, aber nach und nach muss er der traurigen Wahrheit ins Gesicht blicken: Seine Sarah hat Jacob entführt.

Eine Lawine kommt ins Rollen, die tödlich endet. Mit Hilfe eines Detektives macht Ben Jacobs leiblichen Vater ausfindig und ahnt nicht, was für einen Psychopathen er vor sich hat. Doch da hat er seinen Sohn schon an John Cole verloren, der mit aller Macht zu verhindern weiß, dass man ihm seinen Sohn ein zweites Mal wegnimmt.

Fazit: Spannender Psycho-Krimi mit Gänsehaut garantiert.

Donnerstag, 30. Mai 2013


Gelesen: Hummeldumm von Tommy Jaud





Ich könnte mich immer noch vor Lachen kringeln, wenn ich an dieses Buch denke. Tommy Jaud nimmt uns mit auf eine ungewöhnliche Afrikareise. Zusammen mit seiner Freundin Sina begibt sich die Hauptperson Matze auf eine Safari durch Namibia. Beide freuen sich auf das Land und die Zweisamkeit. Doch da haben sie sich zu früh gefreut, denn mit ihnen reisen sechs mehr oder weniger Verrückte.

Schon am Flughaften in Windhoek möchte Matze am liebsten wieder zurück nach Deutschland. Er hat bereits eine Vorahnung, was ihn in den kommenden vierzehn Tagen erwartet: Alles andere als ein entspannter Urlaub. Mit von der Partie sind unter anderem ein kettenrauchender Yuppie und seine blondierte Freundin sowie eine pink gefärbte und tollpatschige Österreicherin. Bei diesen Mitreisenden würde wohl ein jeder Reißaus nehmen. Der Reiseleiter Bahee, ein Afrikaner mit lustigen Deutschkenntnissen macht die „Gurkentruppe" komplett. 

Bereits nach mehreren Stunden beginnen sich Sina und Matze zu entzweien. Sina freundet sich mit dem sportlichen Mitreisenden Kevin an und Matze hat seine Eifersucht kaum noch unter Kontrolle. Zu allem Überfluss hat Matze ein gewaltiges Problem: In Deutschland wartet eine Traumwohnung mit Blick auf den Rhein auf die beiden, doch Matze hat vor Reiseantritt vergessen, die Reservierungsgebühr für das neue Zuhause zu zahlen. Doch mitten in Namibia lässt sich dieses Problem leider nicht so leicht lösen. Was Matze alles unternimmt, um seine Sina zurückzuerobern und die neue Wohnung doch noch zu retten, müsst ihr selbst nachlesen.

Beim Lesen von „Hummeldumm" schwankte ich immer wieder zwischen Mitleid für die Hauptperson und Fremdschämen. Tommy Jaud hat mal wieder einen wirklich lustigen und lesenswerten Roman erschaffen, der Freude macht und im Gedächtnis bleibt.

Fazit: Seid mutig und begebt euch mit dem Ich-Erzähler Matze auf eine unvergessliche Afrika-Safari. Es lohnt sich!

Donnerstag, 23. Mai 2013

Gelesen: Einmal Hans mit scharfer Soße von Hatice Akyün



Im Urlaub genoss ich die Sonne und einige gute Bücher. Der Roman „Einmal Hans mit scharfer Soße" war auch dabei und ich habe jede einzelne Seite genossen. Mit Leidenschaft berichtet die Hauptperson Hatice von ihrem unkonventionellen Leben mitten im quirrligen Berlin.


Sie ist auf der Suche nach ihrem Hans, einem deutschen Mann, der die besten Eigenschaften der deutschen und der türkischen Kultur miteinander vereint. Hatice ist das Sorgenkind der Familie, da sie als Single durchs Leben geht. Ihre Eltern schlagen ihr sogar vor, wieder zu Hause einzuziehen. Doch Hatice genießt ihr Leben zwischen zwei Welten, zwischen denen sie pendeln kann, wie es ihr gerade beliebt. Aber die Suche nach dem richtigen Hans entpuppt sich als schwieriger als vermutet.

Der Roman besticht vor allem durch seine teilweise flapsige Sprache und die gut ausgearbeiteten Charaktere, wie beispielsweise Hatices Bruder, der so ganz den Vorurteilen eines Türken entspricht. 

Die Autorin schafft eine Illusion, die ich wirklich beeindruckend finde. Sie nimmt den Leser mit ins elterliche Wohnzimmer, ins Familienhauptquartier. Die Protagonistin Hatice nimmt kein Blatt vor den Mund und berichtet ungezwungen über Männer, ihren Schuhtick und ihre Abenteuer als Deutsch-Türkin. Mit Witz berichtet sie von ihrer Kindheit und dem Großwerden mitten in einer türkischen Großfamilie in Deutschland.
 

Fazit: Toller, seichter Roman, der den Leser zum Schmunzeln bringt und einen zum Nachdenken über Klischees anregt.

Donnerstag, 16. Mai 2013

Gelesen: Milchgeld von Volker Klüpfel und Michael Kobr




Von diesem Buch hatte ich im Voraus schon so viel Gutes gehört, dass ich mich richtig darauf gefreut habe. Das Gerede um das Autoren-Doppel aus dem Allgäu machte mich neugierig und so kam ich nicht umhin „Milchgeld", den ersten Fall des ulkigen Komissars Kluftingers zu lesen.

Der Käsespatzle liebende Kommissar wird beim Essen überrascht. Ein Mord ist geschehen – und das in seinem Heimatdorf, dem beschaulichen Altusried. Ein Mann wurde mit einer Vorhangschnur erdrosselt. Keine Spur vom Täter!

Es geht, wie auch der Titel schon aussagt, um Milch und Geld. Der Tote ist ein Lebensmittelchemiker des ortsansässigen Milchwerks. Kommissar Kluftinger, ein ausgesprochener Käseliebhaber – der jedoch noch nie richtigen Parmesan probiert hat – taucht in die Abgründe der Milchindustrie. Als der Mord beinahe gelöst zu sein schein, entdecken die Polizisten einen zweiten Toten. Denn ein Mord kommt selten allein. Kluftinger deckt eine Geschichte auf, die weit in die Vergangenheit des Toten zurückgeht und ungeahnte Ausmaße erreicht.

Wer ausgefallene Charaktere mit Ecken und Kanten mag, der sollte Kommissar Kluftinger auf jeden Fall kennenlernen. Seine Art brauchte mich immer wieder zum Schmunzeln. Doch andere Krimis deutscher Krimi-Autoren und vor allem Autorinnen haben es mir da weitaus mehr angetan. Man nenne nur Nele Neuhaus oder Susanne Mischke.

Fazit: Netter Krimi mit sehr starkem Lokalkolorit. Also für alle Bayern und Allgäuer bestimmt das Richtige, für mich als Norddeutsche zwar ganz nett und amüsant, aber auf keinen Fall ein Muss.



Donnerstag, 18. April 2013

Gelesen: Mängelexemplar von Sarah Kuttner



Ecken und Kanten machen uns aus. Im Grunde ist jeder von uns ein Mängelexemplar. Wer ist schon perfekt? Als ich dieses Buch zur Hand nahm, wusste ich nicht, was mich erwartet. Beim Kaufen ließ ich mich einfach nur vom Namen der Autorin leiten. Ich mag Sarah Kuttner, genau wie die Protagonistin dieses Romans.

Karo, 27 Jahre, laut, anstrengend und depressiv – was sie übrigens von sich selbst behauptet – befindet sich am Tiefpunkt ihres Lebens. Sie wurde gekündigt, ihre Beziehung geht in die Brüche und dann sind da noch die Wunden ihrer Kindheit: Sexuelle Annäherungsversuche ihres Onkels; ein Vater, der nicht liebte und nicht existent war und eine depressive und überforderte alleinerziehende Mutter.

Als Karo ihre erste Panikattacke erleidet, bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich endlich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen. Dieses Buch ist ein Stück Therapie für alle, da Karo Dinge durch den Kopf schwirren, über die wir sicherlich alle schon einmal nachgedacht haben.

Die Protagonistin versucht ein neues Leben zu beginnen, auch wenn sie die Vergangenheit ab und an einholt. Dabei merkt sie gar nicht, dass ihr neues Leben bereits längst begonnen hat und sie eigentlich allein Grund zum Glücklichsein hat.
 
Fazit: „Mängelexemplar" ist ein tolles Debüt von Sarah Kuttner, ich hoffe, noch mehr von ihr lesen zu dürfen. Traurig, spannend und lustig zugleich.



Dienstag, 16. April 2013

Gelesen: Die Rückkehr des Tanzlehrers von Henning Mankell

 


Endlich ist Frühling, dass heißt aber noch lange nicht, dass mein Bücherschrank bis zum nächsten Winter geschlossen bleibt. Die letzten Wochen (ja, es waren wirklich Wochen!) begleitete mich wieder einmal ein Krimi von Henning Mankell. Doch leider war die „Rückkehr des Tanzlehrers" eher ernüchternd und kein spannender Zeitvertreib.

Wer auf Kurt Wallander, den Kult-Kommissar des schwedischen Autors Henning Mankell hofft, den muss ich bitter enttäuschen. Es ermitteln mehrere Kriminalbeamte. Die Hauptfigur Stephan Lindmann, ein an Krebs erkrankter Polizist, ist beurlaubt er erfährt vom gewaltvollen Tod seines ehemaligen Kollegen Herbert Molin. Stephan glaubte ihn gut zu kennen, doch Stück für Stück entschlüsselt er Molins dunkle Vergangenheit, die ihm nun zum Verhängnis wurde.

Das Buch beginnt spannend: Mit einer Hinrichtung ehemaliger SS-Schergen durch einen Henker kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Dann springt die Handlung um 45 Jahre. Auf einmal befindet sich der Leser im Jahr 1990 in Schweden und nimmt an einer eher schleppend vor sich gehenden Mordermittlung irgendwo im schwedischen Niemandsland teil. Leider immer noch ohne Spannung, dafür aber mit einem zweiten Mord.

Die Hauptfigur versinkt immer wieder in Selbstmitleid und innere Monologe über seine Krankheit, was ich als sehr störend empfunden habe. Wenn ich einen Krimi lese, erwarte ich Mord, List und Blut und keinen bemitleidenswerten Kommissar in der Miflife-Crisis.

Schon allein der Romantitel ist inhaltlich falsch, denn nicht der Tanzlehrer, sondern sein Sohn kehrt zurück, um den Mord an seinem Vater während des Krieges zu rächen. Mir fallen zig besser Titel ein, die das Geschehene treffender fassen würden: „Der letzte Tango", „Tödlicher Tango", „Der Tango der Rache". Ja, es geht um Tango und sogar um einen sehr blutigen, doch das reicht noch lange nicht für einen Roman.

Mankell hat mich leider enttäuscht, zu viele Fragen bleiben offen, die Spannung scheint sich versteckt zu haben. Vielleicht sollte er lieber weniger, aber dafür bessere Bücher schreiben, denn auch ein Bestseller-Autor braucht ab und an mal eine Pause.

Fazit: Für echte Mankell-Fans sicherlich ein Muss, für alle Krimifreunde: Sucht euch lieber ein anderes Buch zum Mitfiebern und Gruseln.

Dienstag, 12. März 2013

Gelesen: Die Teppichvölker von Terry Pratchett

 


Was befindet sich eigentlich im Teppich? Habt ihr darüber schon einmal nachgedacht. Laut dem britischen Autor Terry Pratchett leben darin kriegerische und tapfere Völker, die nur einen Feind kennen: den Schrecklichen Scheuerer, einen Staubsauger, der von den Teppichbewohnern geführtet wird, da er Tod und Verwüstung bringt.

Terry Pratchett zwingt den Leser die Perspektive zu wechseln und führt uns das scheinbar Unmögliche vor Augen: Es gibt noch anderes Leben auf dem All, sogar dort, wo man es kaum erwartet. Wer sich auf dieses Abenteuer und die Reise in das Innere des Teppichs einlässt, trifft auf Zwergenvölker, die sogenannten Schlauen die die Zukunft voraussehen können, aber niemandem verraten und anderen friedliche oder grausame Kreaturen, von deren Existenz man bisher nicht zu träumen wagte.

Doch im Reich des Teppichs herrscht alles andere als Frieden. Das Überleben der verschiedenen Stämme steht auf dem Spiel, denn nicht nur der Schreckliche Scheuerer trachtet ihnen nach dem Leben. Wie sie sich verteidigen und wer gegen wen kämpft, erzählt Pratchett auf 221 mehr oder weniger spannenden Seiten.

Manchmal sind die Handlungsstränge etwas verwirrend, die Erzählperspektive wechselt und teilweise kann man nicht richtig folgen, aber lesenswert ist dieses Buch dennoch. Man muss nur bereit sein, sich auf die Reise in das Innere des Teppichs einzulassen, dann begibt man sich nach Hochtorland, Wagnis und Wehr und erfährt, was die kleinen Bewohner mit Zuckerkristallen machen, die uns auf den Boden fallen.


Fazit: Für alle Fantasy-Freunde auf jeden Fall ein Muss, denn dieses Buch des bekennenden Autors Terry Pratchett ist sein Erstlingswerk. Für alle anderen ist „Die Teppichvölker" ein Buch, das man lesen kann, aber nicht muss.                                                                                                                                                 
                                            
                                              

 

Mittwoch, 6. März 2013


Gelesen: Samuel und die Liebe zu den kleinen Dingen von Francesc Miralles

 



In dieses Buch habe ich mich wirklich verliebt, es hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen und ich bin durch die Seiten geflogen.

Samuel, ein Germanistik-Professor an der Universität von Barcelona, lebt ein zurückgezogenes Leben als einsamer Junggeselle – bislang, denn dann kommt alles anders als erwartet. Als eines Tages ein Miauen vor seiner Wohnungstür erklingt, ahnt er nicht, welche Veränderungen ihm bevorstehen. Mit der Katze Mishima beginnen die Veränderungen, die Samuels ganzes bisheriges Leben aus der Bahn werfen.

Nach und nach ergeben sich Ereignisse, die Samuel nicht beeinflussen kann. Die Katze weist ihm den Weg in ein neues Leben ohne Einsamkeit. Der sonst eher menschenscheue Samuel lernt Menschen kennen, denen er ohne Mishima nie begegnet wäre.

Was Samuel in seinem neuen abenteuerlichen Leben erlebt, müsst ihr natürlich selbst herausfinden.

Dieser Roman wird besonders Freunden von „Die Eleganz des Igels" oder „Die letzte Delikatesse" von Muriel Barbery und „Der Liebeszauber des Monsieur Ladoucette" von Julia Stuart gefallen, aber auch alle anderen werden Samuel und seine Schicksalsgefährten in ihr Herz schließen.

Fazit: Dieses Buch des spanischen Autors Francesc Miralles ist einfach zauberhaft und macht wirklich Freude. Der Leser begleitet Samuel auf seinem vom Schicksal bestimmten Weg durch das wunderbare Barcelona und auf der Suche nach den kleinen Dingen.
 

Samstag, 2. März 2013

Gelesen: Der kleine Bruder von Sven Regener

 



Winter bedeutet für mich Lese-, Sofa- und Teezeit. Sven Regners „Der kleine Bruder" hat mich in den letzten kalten Tagen begleitet und mich das ein oder andere Mal zum Schmunzeln gebracht.

Frank, frisch aus der Bundeswehr geflogen und völlig planlos, macht sich auf den Weg aus Bremen in das geteilte Berlin, um seinen Bruder zu besuchen. Doch er trifft Manfred, von allen Freddie genannt, nicht an. Er landet im skurrilen Freundeskreise seines großen Bruders und wird mehr oder weniger herzlich aufgenommen. Frank taucht unverhofft in Berlins seltsame Künstlerszene ein und macht sich auf die Suche nach seinem verschollenen Bruder. Doch von seinem Bruder keine Spur! Ob der Verschollene noch irgendwann und wie auftaucht, möchte ich natürlich nicht verraten.

Eigentlich würde ich mich als begeisterte Leserin von Sven Regner bezeichnen, aber dieses Buch hat es mir etwas schwergemacht. Zu viele Dialoge ohne spannende Handlung.

Die beiden ersten Teile der Lehmann-Triologie (Herr Lehmann, Neue Vahr-Süd) gefielen mir wesentlich besser, waren amüsanter und im Lesefluss um einiges besser. Doch wer die Geschichten um Herrn Lehmann mag, der sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen. Aber bitte fangt mit Herrn Lehmann an, sonst werdet ihr enttäuscht sein!

Fazit: Kann man lesen, muss man aber nicht!