Dithmars – Das etwas andere Kaufhaus
Hannover ist alles andere als spießig. Der beste Beweis dafür ist Dithmars Kaufhaus in der List. Auf zwei Etagen findet ihr alles, was das Herz begehrt.
Schon vor dem Eingang türmen sich allerlei Kostbarkeiten, Spiegel aus den 70er-Jahren, alte bunte Kittel und Werkzeug, das schon einmal bessere Zeiten erlebt hat.
Auf den ersten Blick wirkt der Laden etwas chaotisch, aber dennoch scheint alles seinen Platz zu haben. Es türmen sich hunderte alte Schallplatten aufeinander, Bücher stehen kreuz und quer, an einer Wand sind dutzende alte Koffer übereinander gestapelt. Tausende Haushaltswaren suchen einen neuen Besitzer, darunter hunderte Messer, Flaschenöffner, Vasen und Gläser.
In der oberen Etage befinden sich unter anderem alte Möbel, Lampen und eine riesige Auswahl an Textilien aller Art, von Bekleidung, über Tisch- bis hin zu Bettwäsche.
Einige Gänge kann man nur mühsam, nämlich seitlich, durchqueren, da sie einfach zu eng und zu vollgestellt sind. Im Laufe der Jahre entstand ein Laden, der eine ungebändige Sammellust widerspiegelt und das Ergebniss hunderter Haushaltsauflösungen ist. Dithmars ist eine Ansammlung von Brauchbarem, Skurrilem und Niegesehenem.
Auf
unsere Suchanfragen wusste die nette ältere Dame sofort, wo wir was
finden. Und das Erstaunliche: Es gibt noch ein weiteres Lager, in dem
etwas kostbarere Gegenstände wie Bohrmaschinen und anderes elektrisches
Handwerkszeug aufbewahrt werden und die man sich zur Ansicht und
natürlich zum Kauf bestellen kann.
Geht man zu Dithmars, begibt man sich auf eine Schatzsuche. Um etwas zu entdecken und seinen persönlichen Schatz mit nach Hause nehmen zu können, braucht man allerdings Zeit. Denn alles ist sehr vollgestellt und man braucht wirklich gute Augen und etwas Geduld um wirklich fündig zu werden. Aber die lange Suche lohnt sich, denn die Preise sind sehr fair.
Unsere Suche hat sich an diesem Tag auch gelohnt. Unsere Ausbeute: Originall verpackte Kerzenständer aus den Siebzigern, ein fast neues Milchkännchen und zwei ungebrauchte Bälle für meinen Vierbeiner.
Ein Besuch in Dithmars Kaufhaus ist ein kleines Abenteuer mitten in der Stadt, das einem unordentlichen Museum gleicht. Man taucht ab in den Charme längst vergangener Jahrzehnte und begibt sich auf eine Zeitreise.
Fazit: Dithmars ist einfach kultig und für alle Liebhaber von Kitsch&Co. sehenswert. Menschen mit Platzangst solltem diesem verzaubertem Ort allerdings fernbleiben.
wann: Montag bis Freitag 10 bis 18.30 Uhr,
Samstag 10 bis 14 Uhr
wo: In der Steinriede 7
Im Hinterhof
30161 Hannover
Lovely Places: Blumenfeld in Garbsen-Osterwald
So langsam können wir es nicht mehr leugnen, der Sommer neigt sich leider schon wieder dem Ende zu. Allerhöchste Zeit, sich noch schnell ein Stück des Sommers nach Hause zu holen.
Eine tolle Alternative zur bunten Pracht aus dem Supermarkt oder vom Floristen sind selbstgepflückte Blumen, die nicht quer über die Weltmeere über tausende Kilometer zu uns gelangen. Sie sind frisch und man selbst hat die Wahl aus dutzenden verschieden farbigen Schönheiten zu wählen.
Doch was, wenn man wie ich nur einen kleinen Balkon und keinen kunterbunten Garten mit allerlei Blühendem besitzt. Genau: Ab ins Grüne.
Im Garbsener Stadtteil Osterwald-Oberende, einem Vorort von Hannover, gibt es ein wunderbar bestücktes Blumenfeld. Dort findet ihr unter anderem Zinnien, Sonneblumen, Löwenmäulchen, Dahlien oder Strohblumen in allen erdenklichen Farben. Betrieben und bestückt wird das Feld von der Familie Tubbe.
Es gibt eine kleine Auswahl vorbereiteter Sträußchen, aber ihr könnt euch euren Strauß auch selbst nach euren Vorlieben zusammenstellen und die Blumen mit einem Messer abschneiden. Ihr habt die Qual der Wahl. Es sind Messer und Band zum Binden sind vor Ort vorhanden.
Anschließend ermittelt ihr anhand von Löchern in einem Holzbrett den Preis für euren Strauß, der je nach Größe zwischen zwei und sechs Euro liegt. Einige Blumen wie Gladiolen werden nach Stückpreis bezahlt, aber auch das zu sehr fairen Preisen.
Doch auf dem Feld gibt es noch mehr zu entdecken. Zum Beispiel allerlei Kräuter von Basilikum, Liebstöckel, frische Minze bis hin zu Salbei. Für einen Bund frisch geerntete Kräuter zahlt man nur 50 Cent.
Im Holzhaus findet ihr noch mehr kulinarische Köstlichkeiten frisch vom Bauern: Kartoffeln und Gemüse wie Zucchinis oder Bohnen. Im Herbst locken mich immer die zahlreichen Kürbissorten, aus denen dann köstliche Suppen und Ofengemüse entsteht.
Meine Ausbeute an diesem Tag war ein bunter Strauß Zinnien, eine Sonnenblume, zwei Maiskolben, zwei kleine Zucchinis und eine handvoll frische Pfefferminze.
Noch ein paar Eindrücke:
Fazit: Tolle und frische Blumen, die wesentlich länger halten als die aus dem Supermarkt. Auch eine tolle Alternative zum Tankstellen-Allerlei-Blumenbukett , wenn man mal eben sonntags schnell einen Blumenstrauß für den Geburtstag der Oma braucht. Auch das Gemüse und die Kräuter sind lecker und frisch. Wer lokale Bauern unterstützen möchte, bereit ist einen fairen Preis zu zahlen und dennoch nicht viel ausgeben möchte, sollte einmal vorbeischauen.
Wo: Resser Straße, Garbsen-Osterwald Oberende
wann: 24 Stunden täglich, sieben Tage die Woche
Ich wünsche euch noch einen schönen Restsommer
Tanja
Lovely Places: Flohmarkt am Hohen Ufer
Er ist seit über 40 Jahren eine Hannover Institution, der Flohmarkt am Hohen Ufer an der Grenze zwischen der Altstadt und der Calenberger Neustadt. Jeden Samstag zwischen 8 und 16 Uhr im Sommer und bis 15 Uhr im Winter strömen tausende Hannoveraner und unzählige Touristen an den malerischen Flecken an die Leine um nach Herzenslust zu stöbern, zu feilschen und zu kaufen.
Egal wie warm oder kalt es ist, die Händler halten die Stellung. Viele sind alteingesessen und sind vom Flohmarkt am Hohen Ufer kaum noch wegzudenken. Doch wer hier neuwertigen Hausrat, Second Hand-Bekleidung, neue Feuerzeuge oder Batterien sucht, der ist fehl am Platz. Denn Neu- und Massenware, Kleidung sowie neuwertige Elektronik sind laut Flohmarkt-Ordnung verboten.
Und das ist auch gut so und macht den besonderen Charme des angeblich ältesten Flohmarkts in Deutschland aus. Er besteht bereits seit 1967. Seit 1972 findet er wöchentlich am Hohen Ufer statt. Vorbild waren damals die vielen Märkte an der Pariser Seine.
Es gibt keinen Rams, dafür aber erlesene Antiquitäten, Raritäten und allerlei Trödel, den man nicht braucht, aber dennoch das Herz erfreut. Von alten Lampen, verblichenen Postkarten, zauberhafter Tischwäsche, filigranem Porzellan, aufwendigem Schmuck über Eisenwaren aus vergangenen Jahrzehnten, Büchern bis hin zu hörenswerten Platten gibt es viel zu Entdecken.
Die außergewöhnliche Kulisse aus Beginnenturm, Historischem Museum und dem malerischen Leineufer schafft eine ganz besondere Atmosphäre und strahlt ein besonderes Ambieten aus, den kein anderer Flohmarkt in Hannover bietet. Die Nanas der Künstlerin Nikki de Saint Phalle, die mitten im Geschehen stehen, sorgen für Kunst zwischen Kitsch&Co.
Dieser zauberhafte Flohmarkt ist nur einen Katzensprung von zahlreichen Hannoverschen Sehenswürdigkeiten wie dem Neuen Rathaus, der Innenstadt, der Marktkirche und -halle entfernt und ist daher allemal einen kurzen Abstecher wert. Dies ist auch einer der Gründe, warum ich Hannover so sehr ins Herz geschlossen habe: Alles liegt zentral, ist überschaubar und liegt nah beeinander.
Meine Ausbeute an diesem Samstag: Ein paar neue farbenfrohe Knöpfe. Davon kann ich einfach nie genug bekommen.
Fazit: Ein toller Markt für alle die Antiquitäten und Raritäten
lieben und denen es dabei nicht so sehr auf den Preis
ankommt. Um selbst seinen Hausrat zu verkaufen,
ist dieser Markt jedoch vollkommen ungeeignet.
Wo: In der Altstadt zwischen den Straßen am Leibnizufer
und Am Hohen Ufer
wann: jeden Samstag, im Sommer 8 bis 16 Uhr, im Winter
7 bis 15 Uhr.
Tipp: Wer nach einem bestimmtem Schätzchen sucht oder
ein Schnäppchen ergattern möchte, sollte lieber
schon um 7 Uhr da sein.